Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie
 Universitätsmedizin Leipzig
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Hydrozephalus

In den Hirnwasserkammern, den sogenannten Ventrikeln, werden täglich ca. 400 Milliliter Hirnwasser gebildet.

Bei einem Missverhältnis zwischen Bildung und Abfluss bzw. Resorption des Liquors kann es zu einem Aufstau des Nervenwassers kommen. Dies kann auf eine angeborene Fehlbildung zurückgehen, aber auch die Folge von Entzündungen, Blutungen oder raumfordernden Prozessen im Schädelinneren sein.

Eine sichtbare Vergrößerung des Schädels wird als Hydrozephalus oder „Wasserkopf" bezeichnet. Sie resultiert aus bei Kindern noch nicht verknöcherten Schädelnähten. Beim Erwachsenen geben die Schädelnähte nicht mehr nach, sodass der Druck im Inneren des Schädels ansteigt und neurologische Ausfallerscheinungen die Folge sein können.
Auch im Falle solcher Anomalien gibt es Spezialsprechstunden für Patienten und Angehörige, um ein passendes Behandlungskonzept zu erstellen und Fragen eingehend beantworten zu können. Durch differenzierte Funktionsuntersuchungen (z. B. zur Gedächtnisleistung), Messungen des intrakraniellen Druckes und einer anschließenden Untersuchung der Hirnwasserdynamik wird die Indikation zur Anlage eines Shuntsystemes überprüft und gestellt. Gedächtnissprechstunde in der Klinik für Psychiatrie

Bei einem klinisch manifestem Hydrozephalus muss immer operativ behandelt werden, manchmal sogar durch einen lebensrettenden Soforteingriff. Häufig ist dabei nur eine vorübergehende Ableitung des Nervenwassers nach außen erforderlich, bis die zugrunde liegende Erkrankung behandelt ist. Manchmal muss aber auch operativ eine permanente, künstliche Ableitung des Nervenwassers innerhalb des Körpers geschaffen werden. Hierfür stehen verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung, aus denen je nach Ursache für den Hydrozephalus die individuell richtige Methode zu wählen ist. Dazu gehören Shuntoperationen mit Ableitung in den Bauchraum (in der Regel) sowie die Ventrikulozisternostomie, bei der endoskopisch eine künstliche Verbindung zwischen den inneren und äußeren Liquorräumen des Schädels geschaffen wird.

Patientenselbsthilfegruppe

 
Letzte Änderung: 17.02.2016, 16:27 Uhr
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